Der Wolf – umstritten und nützlich

Angst und Vorurteile bestimmen zumindest seit Grimms Märchen die Geschichten über den Wolf.

Gesunde Wölfe, die nicht provoziert oder angefüttert werden, sind für den Menschen in der Regel keine Gefahr. In den letzten 15 Jahren – seitdem es Wölfe wieder in Deutschland gibt – hat es keine Situation gegeben, bei der sich diese aggressiv gegenüber Menschen verhalten haben.

Scheu und trotzdem Nähe zum Menschen

Wölfe brauchen keine Wildnis und fühlen sich daher auch im dichtbesiedelten Deutschland wohl. So können Wölfe durchaus in der Nähe von Siedlungen auftauchen. Dies ist nichts Ungewöhnliches. Besonders junge Wölfe sind neugierig und erkunden gerne Ihr Jagdgebiet.

Einzelne Wölfe, die ihre Distanz gegenüber Menschen dauerhaft aufgeben, sich aggressiv gegenüber diesen verhalten oder sich auf Nutztiere als Beute spezialisieren, können als auffällig bewertet werden.

Hier können laut Gesetz z. B. Vergrämungsmaßnahmen wie das Verscheuchen durch Gummigeschosse zur Anwendung kommen. Der tödliche Abschuss, ist nur bei direkter Gefahr für den Menschen zulässig. Das gilt aber für alle Tiere. Der Wolf ist eine in europaweit streng geschützte Tierart, und darf daher nicht bejagt werden.

EU beschließt vollständige Erstattung bei Wolfsschäden

Schon lange fordern Weidetierhalter den Schaden, der durch das Reißen von Schafen und anderen Tieren durch Wölfe entsteht, zu erstatten. Nun hat die EU in 2019 ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches die Erstattung voll übernehmen soll. Außerdem wird Geld für die Errichtung von Schutzzäunen oder den Kauf von Wachhunden bereitgestellt. Eine finanzielle Obergrenze soll es dabei nicht geben.

Der natürliche „Jäger“

Unsere heimischen Großwildtiere haben seit Ausrottung des Wolfes in Deutschland vor 150 Jahren, keine wirkliche natürliche Feinde mehr. Der ideale Bestand wird durch Jäger kontrolliert und durch Abschuss aufrechterhalten.

Der Wolf, als der zurückgekehrte natürliche Jäger, jagt vornehmlich kranke und schwache Tiere. Dies sorgt für eine Stärkung der Beutetier-Population, was wiederum deren Bestand sichert. Die von Jägern manchmal befürchtete Bestandsgefährdung von Reh, Rot- und Schwarzwild wird somit nicht eintreten. In der Regel reguliert nicht der Räuber die Beute, sondern die Beute den Jäger.

Auch der Wald profitiert von der Rückkehr des Wolfes und der damit verbundenen Regelung des Wildbestands, denn der Wildverbiss wird reduziert. Wolf und Jäger können somit gemeinsam für Wilddichten sorgen, die für die Forstwirtschaft verträglich sind.

Wölfe in Hessen

In Deutschland leben zur Zeit ca. 30 Rudel von Wölfen. Alle verteilen sich zur Zeit im norddeutschen Raum und in Mitteldeutschland (hier vornehmlich Brandenburg und der Lausitz). Einzelne wurden auch im Bayrischen Wald gesichtet. In wie weit Wölfe ihre Reviere ausdehnen werden, hängt wohl von der Vermehrung dieser ab. Diese wiederum benötigt lebenswerte Bedingungen für Wölfe, die wohl in den oben genannten Gebieten, besonders vorhanden sind.

Statt Angst, – Respekt und Toleranz üben

Grimms Märchen sollten weiter den Kindern erzählt werden. Wenn Eltern die Nützlichkeit des Wolfes dann in den Vordergrund stellen, bleibt statt Angst, – Respekt und Toleranz gegenüber diesen Tieren übrig. So werden Erwachsene herangezogen, die dann eine objektive Sicht auf den Vorfahren, unseres so geliebten „Hauswolf“ haben.

Eine sehr informative Seite zu dem Thema „Heimkehrer Wolf“, hat der NABU-Hessen auf seine Homepage gestellt. Hier der Link dazu: https://hessen.nabu.de/tiereundpflanzen/sauegetiere/wolf/19801.html